Magdalenenfest 2016

Tag der Ortspatronin in Walleshausen

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Erzabt Wolfgang Öxler bei der Festpredigt (Fotograf: Dennis Ossadnik)

Bei sehr schönem Wetter haben die Walleshauser dieses Jahr wieder ihr Magdalenenfest gefeiert. Das Fest begann um 9:15 Uhr mit einem Kirchenzug zur Pfarrkirche. Die Blaskapelle stimmte die ersten Töne an, die Fahnenträger der Ortsvereine machten sich bereit und der lange Zug setzte sich Richtung Kirche in Bewegung. Als Ehrengäste waren u.a. der Staatsminister a.D. Thomas Goppel und der ehemalige Landrat Walter Eichner gekommen.

Pfarrer Prof. Dr. Petar Vrankic und der Erzabt des Klosters St. Ottilien, Wolfgang Öxler, zelebrierten die Hl. Messe in der sehr gut gefüllten Kirche. Auch zahlreiche Ministranten hatten sich eingefunden. Neben dem Organisten umrahmte der Kirchenchor Walleshausen zusammen mit einem Bläserquartett die Messe eindrucksvoll mit der Missa Antiqua von Wolfram Menschick. Die Festpredigt hielt Wolfgang Öxler. Er hatte bei der Anreise nach Walleshausen auf einem Feld eine Sonnenblume gepflückt und band sie nun in seine Predigt ein:

Ein Mensch wollte sich eine Sonnenblume ziehen. Er füllte einen Blumenkübel mit Gartenerde und säte Sonnenblumensamen hinein. Gewissenhaft düngte und wässerte er das Ganze. Aber alle Mühe war vergebens: Es tat sich nichts, keine Sonnenblume erblühte, nicht einmal das kleinste Pflänzchen zeigte sich. Was war schief gelaufen? Ganz einfach: Der Mensch hatte seinen Blumenkübel in den dunklen Keller gestellt! Es fehlte das Wichtigste, was eine Pflanze zum Leben braucht: Es fehlte das Licht! Ein Mensch kann sich noch sehr um eine Blume bemühen, ohne Licht, das Gott vom Himmel herab scheinen lässt, gedeiht sie nicht.

Die Sonnenblume kann uns ein Beispiel sein. Sie richtet sich nach der Sonne aus, sie wächst förmlich zur Sonne und zum Licht hin, sie streckt sich aus zur Lichtquelle. Auch wir Menschen brauchen das Licht, Jesus Christus, das Licht der Welt. Wonach strecken wir uns aus? Gehimmelt und geerdet, wie eine Sonnenblume, sollten die Menschen sich verhalten. Die Sonnenblume wächst, egal was neben, vor und hinter Ihr für Gewächse sind. So auch hat sich Maria Magdalena verhalten, die Jesus sehr geliebt hat und auf die Meinung der anderen Menschen wenig gegeben hat. Heute schauen die Menschen zu sehr auf die Meinung Ihrer Nachbarn, was sie schon wieder Neues haben und vergessen darüber oft das Wichtigste. Nicht so die Maria Magdalena, für die Jesus das wichtigste war und für den sie brannte. Für wen oder was brennen wir heute?

Abt Öxler erinnerte auch daran, dass durch Papst Franziskus Maria Magdalena vor kurzem liturgisch durch das Dekret „Apostola Apostolorum“ aufgewertet wurde. Ihr Gedenktag, der 22. Juli, wird in der römisch-katholischen Kirche weltweit nun als „Fest“ gefeiert. Diese Gleichstellung mit den Aposteln soll auch das kirchliche Nachdenken über die Würde der Frau fördern. Abt Öxler hatte schon überlegt, der Walleshauser Kirche einen 13. Apostelleuchter mitzubringen.

Die Festpredigt von Abt Öxler mit ihren oft sehr bildhaften Worten und humorvollen Vergleichen brachte die Walleshauser mehrfach zum Lachen. So begann er seine Festpredigt damit, dass er als junger Pater schon einmal in Walleshausen war, um Beichte zu hören und dass er beinahe durch eine Überhitzung der Beichtstuhl-Heizung Schaden genommen hätte, wenn Ihn nicht der heutige Kardinal Brandmüller damals befreit hätte.

Kirchenzug mit Maria Magdalena zum Festgelände (Fotograf: Dennis Ossadnik)
Kirchenzug mit Maria Magdalena zum Festgelände (Fotograf: Dennis Ossadnik)

Nach dem Festgottesdienst ging es wiederum per Kirchenzug, die Prozessionsstatue der Maria Magdalena voran, zum Festgelände, wo für den Rest des Tages das Magdalenenfest gefeiert wurde. Die Blaskapelle Walleshausen spielte den ganzen Tag gekonnt und unterhaltsam und die Ortsvereine hatten wie jedes Jahr ein großes Angebot an Speisen und Getränken für die Magdalenenfest-Gäste von nah und fern organisiert. Traditionell wurden auch viele Einkäufe bei den zahlreichen Marktständen zwischen Kirche und Feuerwehrhaus getätigt. Viele Walleshauser, auch wenn sie schon Jahre oder Jahrzehnte nicht mehr im Ort wohnen, kommen am Magdalenenfest gern wieder heim um dieses Fest mitzufeiern und gute Begegnungen zu haben. Manche Gesichter sieht man nur einmal im Jahr, aber dann am Magdalenenfest.

Um 16:00 Uhr wurde die Magdalenenstatue, die den Tag über inmitten der Festgemeinde  stand, wieder mit einer eigenen kleinen Prozession abgeholt und zur Kirche zurückgebracht. Das Fest fand am Abend um 19:00 mit einer feierlichen Magdalenenvesper seinen Ausklang.

(Text: K.-H. Künneke / Pfarrei Walleshausen; Das Einverständnis aller abgebildeten Personen zur Veröffentlichung liegt vor.)